Detlef Waschkau
"Von Kopf bis Fuss"
Arbeiten zur Figur
Städtische Galerie Neunkirchen
02.07. – 15.08.2004















„Zeichen und Fragment“ - Die Figur in den Arbeiten von Stefan Pietryga und Detlef Waschkau
von Nicole Nix-Hauck

Es ist eines der ältesten und ureigensten Themen der Bildenden Kunst: die Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur. Auch am Beginn des 21. Jahrhunderts hat sie nichts con ihrer Faszination verloren. Mit den Arbeiten von Stefan Pietryga und Detlef Waschkau begegnen sich zwei unterschiedliche Konzeptionen und künstlerische Formulierungen des Themas, die für die kurze Zeit einer Ausstellung in einen Dialog treten. Im Werk beider Künstler hat die Figur seit vielen Jahren eine zentrale Bedeutung und behauptet sich jenseits kurzlebiger Kunsterscheinungen wie der gegenwärtigen Renaissance des Figurativen, mit der vielfach eine neue Tendenz zum Abbildhaften und Narrativen einhergeht. Das Interesse von Stefan Pietryga und Detlef Waschkau hingegen richtet sich nicht auf das individuelle Abbild des Körpers oder gar der Person, sondern gilt dem Körper im Verhältnis zum ihn umgebenden Raum, ihrem wechselseitigen Bezogensein und dem stets neuen Herstellen von Bezügen.

Detlef Waschkaus Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur, seinem Fokussieren einzelner figürlicher Elemente innerhalb eines abstrakten, plastischen Bildgefüges, liegt eine durchaus ganzheitliche Auffassung vom Menschen zugrunde. Denn Waschkau sucht ihn gerade nicht über die traditionell als bildwürdig geltenden Merkmale seiner äußeren Erscheinung zu erfassen, sondern er thematisiert Zustände des Menschen, Körperwahrnehmungen, innere Befindlichkeiten, die ihn als Ganzes betreffen und in Bezug zu einem Außen setzen. Die Figur als Fragment wird bei Waschkau zur Metapher für essentielle menschliche Grunderfahrungen wie Stehen, der Zustand des Gleichgewichts, die Empfindung von oben und unten, das Sich-Befinden im Raum. Wie die Figurenzeichen von Stefan Pietryga dient auch die fragmentarische Figur im Werk von Detlef Waschkau nicht der Illustration narrativer Bildthemen, sondern ist Gegenstand eines fortwährenden und immer neuen In-Beziehung-Setzens von Körper und Raum, den grundlegenden Faktoren von Ich- und Welterfahrung.



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